VERANSTALTUNGSORT

Spanische Hofreitschule Wien
Die Winterreitschule

Josef Emanuel Fischer v. Erlach baute (1729-35) an der Stelle, an der sich der alte "Ross-Tumblplatz" befunden hatte, die "Winterreitschule". Sie bildet von außen gesehen einen homogenen Teil des imposanten Hofburg-Halbrunds auf dem Michaelerplatz, bzw. zusammen mit den Redoutensälen und der Nationalbibliothek die großartige Umrahmung des Josefsplatzes. (Mit der Stallburg ist sie durch einen Schwibbogen verbunden). Wer - aus halbdunklen, gewundenen Treppen kommend - die Reithalle betritt, hält überrascht und sekundenlang geblendet den Schritt an. Das ist ein Festraum, ein Ballsaal, eine steingewordenen Harmonie, ein "weißer Traum", der sein eigenes Licht auszustrahlen scheint.

56 Meter lang, 18 Meter breit, 17 Meter hoch, von einer reich verzierten, frei schwebenden Decke gekrönt. 52 massive Säulen tragen eine Galerie, die zu einer allegorisch-geschmückten Loggia führt. Die Decke, in hellem Elfenbeinton gehalten und kassettiert, hängt frei und stellt ein Meisterwerk an Zimmererkunst dar.
Ein Reiter-Porträt Karls VI. (die einzige farbenbunte Stelle des Saales) und eine Marmortafel mit einer lateinischen Inschrift zieren die Halle. Die Inschrift besagt:

Diese kaiserliche Reitschule wurde zum Unterricht und zur Übung der adeligen Jugend wie auch zur Ausbildung der Pferde für Kunstritt und Krieg auf Befehl Kaiser Karls VI., des Sohnes von weiland Kaiser Leopold I. und unter der Obsorge des General-Baudirektors und Vorstandes der Hofstallungen Gundaker Graf Althan im Jahre 1735 errichtet."